Abwasserreinigungsanlage Wanzwil
Das Herzstück unserer technischen Anlagen bildet die Abwasserreinigungsanlage (kurz ARA) Wanzwil. Sie wurde 1955 in Betrieb genommen und seither laufend modernisiert.
In der ARA Wanzwil werden sämtliche Abwässer der Region aus privaten Haushalten und Industrie gereinigt, bevor es zurück in die natürlichen Gewässer gelangt.
Erfahren Sie hier, welche Schritte nötig sind, damit aus Schmutzwasser wieder gereinigtes Wasser wird.
So funktioniert die Abwasserreinigung
Die ARA Wanzwil befindet sich an der Wangenstrasse 35 in 3372 Wanzwil. Über den Zulaufkanal gelangen die Abwässer aus den Verbandsgemeinden zur Anlage. Dort durchläuft das Wasser mehrere Reinigungsschritte, bei denen Feststoffe und Verunreinigungen schrittweise entfernt werden.

Feinrechen – der erste Reinigungsschritt
Bevor das Abwasser weiterbehandelt wird, werden in der Grobrechenanlage grobe Verunreinigungen wie Papier, Holz oder Kunststoff entfernt. Aus Sicherheitsgründen verfügt die ARA Wanzwil über zwei parallel betriebene Rechenstrassen – so kann der Betrieb auch bei Wartungsarbeiten jederzeit weiterlaufen.
Das im Rechen zurückgehaltene Material wird entwässert, gesammelt und anschliessend umweltgerecht in der Kehrichtverbrennung entsorgt.
Entlastungs- und Regenbecken – Schutz bei starken Niederschlägen
Bei starkem Regen gelangt zeitweise mehr Abwasser in die Anlage, als gleichzeitig gereinigt werden kann. Damit die ARA Wanzwil trotzdem zuverlässig arbeitet, wird die Wassermenge auf das Doppelte des normalen Trockenwetterzuflusses begrenzt. Überschüssiges Wasser fliesst in das Regenbecken, wo sich Schmutzstoffe absetzen können.
Das vorgereinigte Wasser wird anschliessend kontrolliert in die Önz geleitet. Die zurückgehaltenen Schmutzstoffe werden später wieder der Kläranlage zugeführt und dort vollständig aufbereitet.


Sandfang – Trennung von Sand und Schmutzstoffen
Im Sandfang werden aus dem Abwasser schnell sinkende Stoffe wie Sand und Kies entfernt. Rotierende Paddel sorgen dafür, dass sich die schweren, anorganischen Stoffe am Boden absetzen, während leichtere organische Schmutzstoffe weitergeleitet werden. So wird das Wasser optimal auf die nächsten Reinigungsschritte vorbereitet.
Vorklärbecken
Das Abwasser fliesst danach in die Vorklärbecken. Durch das Herabsetzen der Strömungsgeschwindigkeit auf 1,5 cm pro Sekunde lassen sich nun auch leichtere Schlammteilchen vom Wasser trennen. Die Schlammteilchen setzen sich am Beckenboden ab, und die schwimmfähigen Teilchen sammeln sich an der Wasseroberfläche. Den abgesetzten Schlamm schiebt ein Schildräumer in den Schlammtrichter. Der Schlamm wird zwischengespeichert und anschließend zur Schlammbehandlung gepumpt. Die Schwimmstoffe, die grösstenteils aus Fett bestehen, werden von der Oberfläche entfernt und verwertet.


Belebungsbecken
Das mechanisch vorgeklärte Abwasser fliesst in die biologische Reinigungsanlage. In den Belebungsbecken werden die im Abwasser gelösten organischen Stoffe sowie Phosphate und Stickstoffverbindungen abgebaut. Der Abbau erfolgt durch Bakterien und andere Mikroorganismen, die den belebten Schlamm bilden. Diese Schmutzstoffe dienen den Mikroorganismen als Nährstoffe. Der dazu benötigte Sauerstoff wird in Form von Druckluft in das Belebungsbecken eingeblasen. Die Bakterien vermehren sich rasch und bilden zusammen mit den Schmutzstoffen Flocken, welche im anschliessenden Nachklärbecken leicht abgeschieden werden können.
Nachklärbecken
Das Abwasser gelangt von den Belebungsbecken in die Nachklärbecken. Hier hat der belebte Schlamm mehrere Stunden Zeit, sich abzusetzen. Den abgesetzten Schlamm pumpen Saugräumer vom Beckenboden zum grössten Teil zurück in die Belebungsbecken. Der durch die Vermehrung der Mikroorganismen entstandene zusätzliche Schlamm gelangt zur Schlammbehandlung.


Schlammbehandlung
Der durch die Abwasserreinigung anfallende Klärschlamm bleibt etwa 35 Tage im Faulturm. Bei einer Temperatur von 37 Grad bauen Bakterien die biologischen Stoffe im Schlamm ab, und es entsteht ein Faulgas aus Methan und Kohlendioxid. In einem Blockheizkraftwerk wird das Biogas zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt.
Ein grosser Teil des Stroms, der für den Betrieb der Kläranlage benötigt wird, kann so selbst erzeugt werden. Der ausgefaulte Schlamm wird in Zentrifugen entwässert und anschliessend kompostiert oder getrocknet und verbrannt.
Auslauf zur Önz
Das gereinigte Abwasser wird aus dem Nachklärbecken in den sogenannten Vorfluter, die Önz, geleitet.

Führungen durch die ARA Wanzwil
Wie wird aus Schmutzwasser wieder gereinigtes Wasser? Erleben Sie es selbst – bei einer Führung durch die Abwasserreinigungsanlage Wanzwil.
Wir bieten spannende und informative Führungen für kleinere bis mittlere Gruppen sowie für Schulklassen an. Sie erhalten einen Einblick in die verschiedenen Reinigungsstufen, erfahren Wissenswertes über den Gewässerschutz und sehen, wie moderne Technik zum Schutz unserer Umwelt beiträgt. Die Führung dauert rund 1.5 Stunden.
Interessiert an einer Besichtigung?
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